Sehr geehrte Damen und Herren !
Ihre Organisation unterstützt den globalen Aufruf gegen die “Monsantosierung" von Lebensmitteln. Saatgut und Tieren. Ein Blick auf die eindrucksvolle Liste der Unterstützer auf unserer homepage zeigt, dass wir es geschafft haben, eine echte globale Initiative ins Leben zu rufen! Die Initiatoren des Bündnisses “No Patents on Seeds" (Erklärung von Bern, Greenpeace, Misereor, Kein Patent auf Leben!, Development Fund und SWISSAID) bitten Sie, die geplanten globalen Aktionstage von Ende März bis Ende April zu unterstützen. Unser Ziel ist es, die Öffentlichkeit gegen die fortschreitende Monopolisierung von Saatgut, Tieren Lebensmitteln und Genen zu mobilisieren. Jüngste Recherchen zeigen ein erneutes Ansteigen der Patentanmeldungen auf Saatgut! Derzeit verhandelt das Europäische Patentamt ein Patent auf die konventionelle Züchtung von Brokkoli. Hier wird im Laufe des Jahres eine Grundsatzentscheidung erwartet, die für alle ähnlichen europäischen Patentanträge wegweisend sein wird. Höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit aktiv wird!
Unser Plan hat vier Stufen:
Wir bitten darum, in der Woche vom 8. März die unten angehängte Erklärung so breit wie möglich in die Öffentlichkeit zu tragen: Über Internet (Meldung auf Ihrer hompage, newsletter, blog ..) über Medienmitteilungen und alle anderen Kontakte. Wenn diese Erklärung innerhalb kurzer Zeiträume auf mehr als 100 Webseiten auftaucht, kann das erheblich dazu beitragen, den Protest noch stärker bekannt zu machen. Falls es nötig ist, kann der Text dabei natürlich für Ihre Zwecke angepasst werden.
Für eine Woche später, in der Woche vom 15 März, planen wir eine Pressemitteilung über neue Patentanträge, die wir recherchiert haben. Bei Recherchen sind wir auf skandalöse neue Patentanmeldungen gestoßen. Wir werden einen Entwurf für eine internationale Presseerklärung vorbereiten, die allen Beteiligten zugeschickt wird und für die eigene Medienarbeit verwendet werden kann.
In der Woche vom 19. April rufen wir dazu auf, eine Reihe von öffentlichen Demonstrationen in verschiedenen Regionen der Welt zu organisieren. Diese Protestaktionen sollen am 20 Juli in München am Europäischen Patentamt mit einer Veranstaltung abgeschlossen werden. An diesen Tag findet die öffentliche Anhörung zum Brokkoli statt. Bitte senden Sie uns bis zum 10. Juli Photos und Presseberichte zu Ihren Aktionen - wir werden versuchen, diese in der Veranstaltung am 20 Juli zu präsentieren. Bitte gestalten Sie die Aktivitäten nach ihren eigenen Ideen. Sie können beispielsweise öffentlich einen Papier-Shredder einsetzen, um die im Aufruf erwähnten Patentschriften zu zerkleinern. Das kann beispielsweise vor Patentämtern, Konzernzentralen oder Regierungsbehörden passieren. Es ist wichtig, dass dabei Slogans wie “Keine Patente auf Saatgut" zu lesen sind. Andere Möglichkeiten sind beispielsweise Demonstrationen mit Kühen und Schafen, um auf die Patent-Skandale aufmerksam zu machen.
Der Abschluss der globalen Aktionstage findet am Europäischen Patentamt in München am 20 Juli 2010 in München statt, in Zusammenhang mit der öffentlichen Anhörung zum Patent auf den Brokkoli (Details siehe die homepage www.no-patents-on-seeds.org) mit einer öffentlichen Demonstration. Die Anhörung ist für zwei Tage geplant, den 20 und 21 Juli. Zudem planen wir eine öffentliche Konferenz am 19 Juli in München - wir würden es begrüßen, wenn möglichst viele Organisationen daran teilnehmen.
Bitte unterstützen Sie uns - wir haben die einzigartige Chance für eine internationale Kampagne, die das Patentrecht verändern und Einfluss auf die Zukunft von Saatgut und Lebensmitteln haben kann.
Bitte lassen Sie uns wissen, ob, wann und wie sich Ihre Organisation an den Demonstrationen beteiligen wird und ob zusätzliche Hilfe benötigt wird, um Ihre Aktivitäten zu gestalten. Um sicher zu sein, dass Ihre Nachricht nicht verloren geht, schicken Sie Ihre Antwort bitte parallel an diese beiden mail Adressen:
http://www.no-patents-on-seeds.org/
Mit herzlichen Grüßen
No Patents on Seeds
Ein internationales Bündnis gegen Patente auf Saatgut, Pflanzen, landwirtschaftliche Nutztiere und Lebensmitteln startet heute globale Aktivitäten. Weit über 100 Organisationen aus vielen Teilen der Welt warnen gemeinsam vor den Gefahren einer zunehmenden Monopolisierung in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Saatgut, Pflanzen, Nutztiere ihre Gene und die Kette der Lebensmittelerzeugung werden zunehmend exklusiven Monopolrechten unterworfen, die auf Patenten beruhen. Weltweit werden in diesem Bereich immer mehr Patente angemeldet, die sich inzwischen sogar auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren erstrecken. Diese werden als von der Industrie als 'Erfindung' beansprucht.
Wenn dieser Trend nicht gestoppt wird, werden sowohl Landwirte als auch mittelständische Züchter und Verbraucher von schwerwiegenden Folgen betroffen sein. Wenn man den internationalen Konzernen die Kontrolle über das Saatgut überlässt, werden diese auch die Entscheidung darüber treffen, welche Lebensmittel auf den Markt kommen und wie sie erzeugt werden. Insbesondere Landwirte geraten so in zunehmende Abhängigkeit von den Konzernen der Agrochemie und Saatgutindustrie. Aber auch die Züchtung wird zunehmend erschwert, weil der Zugang zu genetischen Ressourcen durch Patente blockiert wird. Dadurch werden Innovationen behindert, die dringend zur Sicherung der Welternährung benötigt werden.
Beispielsweise hat der US Konzern Monsanto jüngst das Patent WO2008021413 angemeldet, in der auf mehr als 1000 Seiten und in 175 Ansprüchen verschiedenste Gensequenzen und Genvariationen bei Mais und Soja als Erfindung beansprucht werden. Monsanto geht sogar so weit, alle Mais und Sojapflanzen zu beanspruchen, die diese Gene natürlicherweise enthalten. Weiterhin wird jegliche Verwendung der Pflanzen für die Herstellung von Futter- und Lebensmitteln sowie Biomasse beansprucht. In einer weiteren Patentanmeldung WO 2009011847, beansprucht Monsanto die Zucht von Rindern, sowie “Milch, Käse, Butter und Fleisch". Vor dem Hintergrund dieser und anderer Patentanmeldungen von Firmen wie Monsanto, Dupont und Syngenta fordert die die Organisation [Name] von Regierungen, Politikern sowie Patentämtern, dafür zu sorgen, dass derartige Patente nicht erteilt werden können.
“Es ist eine grundlegende Veränderung sowohl in den Patentgesetzen als auch in der Praxis der Patentämter nötig, um Patente auf Pflanzen und landwirtschaftliche Nutztiere auszuschließen. Es darf nicht zugelassen werden, dass Konzerne das Patentrecht weiterhin dafür missbrauchen, um sich die Kontrolle über Saatgut und Nutztiere anzueignen. Wird die Entwicklung nicht gestoppt, drohen diese Patente die weltweite Nahrungsmittelversorgung und die regionale Selbstbestimmung bei der Nahrungsmittelproduktion zu gefährden." sagt [Name]
[Name] fordert Organisationen und Personen auf, den gemeinsamen Aufruf zu unterzeichnen, der auf der Homepage der Koalition “No Patents on Seeds" zu finden ist. Das Bündnis plant verschiedene Aktionstage gegen Patente auf Saatgut und Lebensmittel ab Ende April 2010. Diese Aktionstage werden bis zu einer öffentlichen Anhörung am Europäischen Patentamt am 20 Juli dauern. Bei dieser Anhörung geht es um ein Patent auf die konventionelle Züchtung von Brokkoli, es wird eine Grundsatzentscheidung erwartet. Die Organisation [Name] wird die Öffentlichkeit über die weiteren Aktivitäten informieren und diese Aktivitäten auch unterstützen.
Hier findet sich der internationale Aufruf: Aufruf gegen Monsantonisierung http://www.no-patents-on-seeds.org/index.php?option=com_content&task=view&id=93&Itemid=56&lang=de