Der Bund, Julia Kospach, 11.10.08
In ihrem neuen Buch «PflanzenPalaver» präsentiert die Schweizer Biologin Florianne Koechlin ein neues Pflanzenbild und stellt die Frage nach Pflanzenrechten.
Das neue Buch der Basler Biologin und Chemikerin Florianne Koechlin «PflanzenPalaver» eröffnet einen hochinteressanten Blick auf neu entdeckte Fähigkeiten von Pflanzen und die Frage, ob diese Einsichten Konsequenzen für unseren Umgang mit Pflanzen haben sollten.
Insofern geht es auch um ethische Belange, etwa um die Formulierung von Pflanzenrechten nach dem Vorbild von Tierrechten. So fordert Koechlin in den sogenannten «Rheinauer Thesen zu den Rechten von Pflanzen», die sie gemeinsam mit anderen kritischen Experten formuliert und vor Kurzem präsentiert hat, prinzipielle Anspruchsrechte für Pflanzen – zum Beispiel das Recht auf Fortpflanzung. Ein solches hätte etwa weitreichende Folgen für manche Bereiche der Gentechnologie, im Rahmen derer gentechnisch behandelte Pflanzen steril gemacht werden. Das allein lässt erkennen, dass es sich um keine Luxus-Thematik nach dem Motto «Haben wir sonst keine Sorgen?» handelt, sondern um eine, die weit in Bereiche wie Technologie, Umweltschutz, Patentrecht oder Landwirtschaft hineinreicht.
Molekularbiologische Erkenntnisse aus den letzten 20 Jahren legen nahe, dass Pflanzen auf der Zellebene Tieren und Menschen sehr viel ähnlicher sind als bisher angenommen, dass sie auf sehr komplexe Weise mit Nachbarpflanzen interagieren und auf Angriffe durch Schadinsekten reagieren können. Auch die epigenetische Vererbung erworbener Erfahrungen über Generationen hinweg, die man bei Menschen und Tieren bereits kennt, konnte erstmals auch bei Pflanzen nachgewiesen werden. Es sei Zeit, so Koechlin, unser mechanistisches Pflanzenbild nachhaltig zu hinterfragen. Immer noch nämlich würden Pflanzen vor allem als lebende Automaten gesehen, die prädeterminiert auf Inputs und Umwelteinflüsse reagieren.
Koechlins Buch leistet vor allem eines: Es liefert einen sehr guten Überblick über jene Forschungen, die zuletzt wesentliche Erkenntnisse zu Pflanzen gebracht haben. Dass diese innerhalb der «scientific community» umstritten sind und vor allem immer wieder unter Esoterik-Verdacht gestellt werden, verschweigt Koechlin nicht, lässt umgekehrt aber keinen Zweifel daran, dass ihre eigenen Sympathien auf der Seite jener liegen, die sich den neuen Denkkonzepten – und vor allem den möglichen Konsequenzen daraus nicht verschliessen.
Inhaltlich ist «PflanzenPalaver» ein äusserst lesenswertes Buch. Gerade deshalb lohnt eine kleine Warnung: Man darf sich nicht von einigen sprachlichen Schieflagen abschrecken lassen. Dort nämlich, wo Koechlin um einen atmosphärischen Ton bemüht ist, der Unmittelbarkeit suggerieren und den Leser in ihre Zusammentreffen mit Wissenschaftlern und ihr eigenes Nachdenken übers Thema hineinziehen soll, verliert sie sich nicht selten ungeschickt und unfreiwillig komisch im Überflüssigen («Wir verabschieden uns. Die alten Thonet-Stühle knarren beim Aufstehen, und die Kristalleuchter verbreiten ein warmes Licht.») Wer sich an diesem Manko nicht stösst, den erwartet ein Streifzug durch hochinteressante Gespräche, die Koechlin mit Pflanzenneurophysiologen, Biosemiotikern oder Molekularbiologen geführt hat. Zusätzlich entschlüsselt sie am Beispiel indischer «Home Gardens» das weitaus weniger mechanistische Pflanzenbild anderer Kulturräume oder zeigt am Fall des Salzburger Permakulturbauern Sepp Holzer, wie nachhaltige Vielfaltslandwirtschaft und das Ausnützen von Nischen und Pflanzenkooperationen zu einer – im Vergleich zu Monokulturen – deutlich gesteigerten Produktivität führen können. Ein Buch über Denk- und Handlungsalternativen und eine anregende Auseinandersetzung mit der Beziehung Mensch-Pflanze.
Neue Zürcher Zeitung Nr. 220 - 20/21.09.2008
«Nun weiss ich wohl, dass die Trommel der Zeit nicht zugunsten der leisen Stimmen der Blumen gerührt wird», schrieb Gustav Theodor Fechner im Vorwort seines 1848 erschienenen Buches über das «Seelenleben der Pflanzen». In Florianne Koechlins leisem Büchlein «Pflanzenpalaver» hat der Physiker und Naturphilosoph auch einen kleinen Auftritt. Zumeist aber sind es Lebende, Zeitgenossen, mit denen die Biologin und ausgewiesene Gentech-Kritikerin das Gespräch sucht. Sie sucht es mit Menschen, die etwas von Pflanen verstehen. Und wie sich zeigt, verstehen manche Menschen so viel von Pflanzen, dass man zu sagen versucht ist: Sie verstehen nicht nur etwas von Pflanzen, sie verstehen vielmehr die Pflanzen selbst. Sie erforschen beispielsweise, was Pflanzen «tun», wenn sie von Schädlingen befallen werden; wie sie sich durch die Produktion von Abwehrstoffen schützen, wie sie durch die Ausscheidung von Lockstoffen genau die Nützlinge herbeirufen, die ihnen die Angreifer vom Halse schaffen können, oder wie sie ihresgleichen vor der Gefahr warnen ...
Der Biobauer im österreichischen Tauerngebirge, der auf Biosemiotik spezialisierte Sprachwissenschafter in Salzburg, der Zellbiologe und der Elektrophysiologe in Bonn, der Philosoph in Essen, der indische Sanskrit-Gelehrte, ein mit «Hellfühligkeit» gesegneter Anthroposoph, aber auch eine erfolgreiche Molekularbiologin und Gentech-Befürworterin geben Florianne Koechlin Auskunft. Immer wieder stellt sie die Frage nach der Empfindungsfähigkeit jener Lebewesen, die mit Tieren und Menschen die gleichen evolutionären «Wurzeln» haben. Wenige Gefragte wehren entschieden ab oder bejahen unumwunden; das vorsichtige Tasten überwiegt. Auch die Autorin selbst – sie bekennt sich als Agnostikerin und hält auf Abstand zu jedweder Esoterik – würde nicht so weit gehen wie Fechner seinerzeit, der das gesamte Universum für beseelt hielt. Koechlin lässt es offen, ob Pflanzen schmerzempfindlich sein könnten: «Wir wissen es schlicht nicht.» – Es nicht zu wissen, heisse aber eben, dass auch die Behauptung, Pflanzen seien empfindungslos, nicht haltbar sei.
Dass auch Nichtwissen verpflichten kann, gehört zu den Grundsätzen, auf die die «Rheinauer Thesen zu Rechten von Pflanzen» sich stützen, die in dem Buch dokumentiert sind. Diese Thesen operieren nicht mit dem vieldeutigen und umstrittenen Begriff einer «Würde der Kreatur», dem unlängst im Blick auf die Pflanzen die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich einen Sinn abzugewinnen versuchte. Florianne Koechlin gehört diesem Gremium an; und auch sie tat sich, wie sie verrät, schwer mit dem Würdebegriff. Obleich die «Rheinauer Thesen» nicht von der Würde der Pflanzen sprechen, erkennen sie Pflanzen aber doch ein «Eigensein» zu, das es zu respektieren gelte – auch (und gerade) dann, wenn wir uns von ihnen ernähren.
Die «Anspruchsrechte», von denen die Rede ist, werden den Pflanzen freilich nur «zugestanden»; und ihre Geltung erstrecke sich nur so weit, wie «sie im menschlichen Handeln beachtet (...) werden können». Denn, so der Nachsatz in römischrechtlichem Geiste, niemand könne über sein Vermögen hinaus zu etwas verpflichtet werden. – Den handelnden Menschen kann man nicht zu allem verpflichten, dem denkenden aber darf man durchaus mehr zumuten, als er zunächst verstehen kann.
Uwe Justus Wenzel
Sonntag / Leben und Glauben 43/2009 - 2 Seiten, 348 KB |
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Schweizer Famile 27/2009 - 4 Seiten, 1.14 MB |
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Basler Zeitung, 20.2.2009 - 3 Seiten, 1.1 MB |
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Zwanzig Minuten, 23.9.2008 – 1 Seite, 60 KB |
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Tages-Anzeiger, 19.9.2008 – 1 Seite, 1.9 MB |
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Sonntag, 31.8.2008 – 2 Seiten, 3.3 MB |
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Andelfinger Zeitung, 5.9.2008 – 2 Seiten, 4.4 MB |
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Universum Magazin, Sept. 2008 – 1 Seite, 372 KB |
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Berner Zeitung, 2.9.2008 – 1 Seite, 752 KB |
Damian Bugmann, Zeitpunkt, 31.August 2008
Pflanzen pflegen eine differenzierte Kommunikation zwischen ihren Zellen und Teilen und mit ihrer Umwelt. Dies und mehr zeigt „PflanzenPalaver“, ein spannendes und aufschlussreiches Buch von Florianne Koechlin.
„Es ist offensichtlich, dass das Potential der Pflanzenwelt bisher unterschätzt worden ist“, schreibt die Basler Biologin, Gentechnologie-Gegnerin und Mitglied der Eidgenössischen Ethikkommission für Biotechnologie im Ausserhumanbereich. Sie belegt diese Feststellung mit den Forschungen verschiedener Wissenschafter und den Erfahrungen von Landwirten. Innerhalb der etablierten Wissenschaft stösst sie damit aber auf viel Ablehnung.
Pflanzen benützten ein grosses Repertoire an Düften, um mit ihrer Umwelt in Kommunikation zu treten, sagt der Chemiker und Ökologe Wilhelm Boland vom Max-Planck-Institut Jena im Gespräch mit der Biologin. Die mechanische Beschädigung durch den Frass einer Raupe oder Blattlaus setze zum Beispiel bei der Limabohne sofort eine Duftstoffwolke frei: „Diese warnt die ganze Pflanze vor der drohenden Gefahr; alle Blätter beginnen mit der Produktion von Abwehrstoffen.“
Lasse sich der Esser von dieser Abwehr nicht beeindrucken, produziere die Pflanze ein neues Duftbouquet, um gezielt einen Nützling herbeizulocken. Boland: „Hochinteressant ist nun, dass die Limabohne nicht nur mitteilen kann, dass sie verletzt ist, sie sagt auch ganz genau, wer sie verletzt hat.“ So bittet sie jeweils die Raubmilben, Schlupfwespen oder Ameisen zu Tisch, die bei ihr ihre bevorzugten Mahlzeiten finden.
Die Autorin zeigt ebenfalls auf, dass Pflanzen nicht nur überirdisch mittels chemischer Botenstoffe äusserst weiträumig kommunizieren sondern auch unterirdisch - miteinander und mit Pilzen, Bakterien und Würmern. Beim Züchten und Genmanipulieren von Landwirtschaftspflanzen war und ist die Kommunikationsfähigkeit einer Pflanze kein Kriterium, es wird einseitig auf Ertrag gezüchtet. So erstaunt es nicht, dass die Monokultur-Pflanzen mit ihrer verarmten Sprache fleissig mit Pestiziden vergiftet werden müssen; Nützlinge werden dadurch rar und können auch nicht gerufen werden.
Erfolgreiche Landwirtschaft bedeutet nicht automatisch Stress, gesundheitsschädigende Schinderei und eine hohe Belastung der Ökosysteme. Dafür stehen Sepp und Veronika Holzer, österreichische Bio- und Permakultur-Bauern: Sie arbeiten gemächlich und mit der Natur, beobachten und unterstützen sie, ziehen tropische Pflanzen ohne Treibhaus auf 1300 Metern Höhe. Den Schweinen überlassen sie den Rest der Ernte im Acker, die Tiere pflügen und düngen die Erde vergnüglich und beiläufig beim Essen.
Für aufbauende und ertragsreiche Agrikultur steht ebenfalls der naturnahe indische „Family Garden“ oder „Forest Garden“, ein reichhaltiges Ökosystem, bestehend aus Bäumen, Büschen und Gemüsen, welches das ganze Jahr und auch bei Trockenheit Nahrung bereithält.
Florianne Koechlin hat nach Reisen in Europa und Indien in ihrem neusten Buch Gespräche mit Wissenschaftern, Landwirten und einer Künstlerin zusammengestellt, ergänzt und kommentiert. Die einzelnen Interviews und Begegnungen sind gut zu einem Ganzen zusammengefügt.
Sie ergänzt und rundet ab mit selbst gemachten Bildern: farbige und schwarzweisse Fotos und die zweifarbige Tuschzeichnung auf dem Umschlag. Für Interessierte hat es vertiefende Anmerkungen und Literaturangaben. Angefügt sind auch die von 15 WissenschafterInnen erarbeiteten „Rheinauer Thesen zu Rechten von Pflanzen“. ein von Koechlin initiiertes Projekt.
Pflanzen sind mehr als ein Zusammenspiel von Chemie und Physik: Sie sind eigenständige Lebewesen, die lernfähig sind und mit anderen Pflanzen und Tieren kommunizieren. Deshalb haben sie Anspruch auf einen ethischen Umgang, fordert die Mit-Gründerin des Basler Appells gegen Gentechnologie Florianne Koechlin in ihrem neuen Buch.
Schon in deinem letzten Buch „Zellgeflüster“ ging es um die Pflanzen als eigenständige Wesen. Mit der neuen Publikation „PflanzenPalaver“ verschaffen sich Bohne und Sonnenblume noch mehr Gehör. Wie kam es zum Nachzieher?
Tatsache ist, dass die Forschung auf diesem Gebiet enorme Fortschritte macht, diese Welt fasziniert mich ungemein. Ein Beispiel ist die Universität Jena, wo die „Sprachkenntnisse“ der Lima-Bohne ergründet wird…
Können Bohnen denn sprechen?
Bei der Limabohne kennen Forscherinnen und Forscher schon etwa 100 Duftstoff-Vokabeln. Je nach Angriff von Schädlingen sendet die Bohne unterschiedliche Düfte aus. Steht beispielsweise eine Milbenattacke bevor, versucht die Bohne, Raubmilben anzulocken. Bei Raupen sind es andere Lockstoffe, die Schlupfwespen zu einem Besuch animieren sollen. Je nach Gefahr organisiert sich also die Lima-Bohne – und wohl auch die meisten anderen Pflanzen – kurzerhand den passenden Bodyguard.
Das Buch beschränkt sich aber nicht auf harte Laborforschung.
Naturwissenschaft allein reicht nicht, um den Geheimnissen der Pflanzenwelt näherzukommen. Es braucht auch andere Wissenszugänge. So wollte ich von einer Künstlerin wissen, wie die Malerei neue Zugänge zu Pflanzen findet oder von einem indischen Philosophen, wie es der Pflanze in der indischen Religions- und Kulturgeschichte erging.
Und die Praxis?
Im südindischen Kerala besuchte ich auch eine Kleinbauernfamilie in ihrem Homegarden. Da wächst alles auf fünf Etagen – zuoberst Kokospalmen, in deren lichten Schatten Jackfrucht- und andere Bäume, darunter Bananen, dann Chili- oder Hennabüsche, am Boden Salat, Kräuter, Gemüse. Das war eine unglaubliche Vielfalt auf engstem Raum – mit Hektarerträgen, die jene von Monokulturen um ein Vielfaches übersteigen, ohne ein Gramm Pestizide oder künstlichen Dünger. Solche Homegardens gewähren Sicherheit und Unabhängigkeit, immer ist etwas zum Ernten da. Die moderne Agroforschung hat diese Art der Bewirtschaftung lange Zeit nicht zur Kenntnis genommen, obwohl sie weltweit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten könnten.
Wenn Pflanzen mehr sind als seelenlose Maschinen, was hat das für Konsequenzen?
Falls Blumen, Sträucher und Bäume tatsächlich lern- und kommunikationsfähig sind, wie mir das glaubhaft gezeigt wurde, wenn sie aktiv kommunizieren und ihre Umgebung interpretieren können, müssen wir unser Verhältnis zu ihnen auf eine neue Grundlage stellen. Mit dieser Überzeugung stehe ich übrigens nicht allein da, sondern es entwickelt sich eine wachsende Forschungsgemeinschaft, die ähnlich denkt.
Wie könnte das heissen?
Das sind wir am Diskutieren. Wo sind die Grenzen? Das Schwierige ist, dass eine Pflanze sich beliebig manipulieren lässt und keine Zeichen gibt, wo ihre Grenzen sind. Ein Salatkopf schreit ja nicht. Doch war das bei Tieren so anders? Eine Kuh, die den ganzen Winter angekettet im Stall steht, sieht nicht unglücklich aus. Trotzdem gibt es heute Vorschriften zur artgerechten Tierhaltung, eine Kuh darf einmal pro Tag ins Freie. Tiere sind keine Sachen mehr. Und wie bei Tieren kann es natürlich nicht darum gehen, dass wir keine Pflanzen mehr essen oder anderswie verwenden dürfen. Doch in meinen Augen ist die massenhafte und totale Instrumentalisierung von Pflanzen mehr und mehr inakzeptabel. Die Terminatortechnologie zum Beispiel, bei der Pflanzen gentechnisch steril gemacht werden, oder Patente auf Pflanzen oder auch Hors-Sol-Tomaten, die am Tropf hängen, bis zu acht Meter lang werden und keinerlei Möglichkeiten haben, ein eigenständiges Leben zu führen.
Verlegst du dich bei der Kritik an der Gentechnologie von der Risikodiskussion auf die Ethik?
Keineswegs, Risiken bleiben weiterhin ein wichtiger Kritikpunkt. Daneben waren auch die Machtfrage und die ethische Dimension immer schon wichtig, vor allem bei Tieren Doch diese Ebene genügt nicht mehr. Wir müssen auch Gegenentwürfe zur industriellen, auf Gentechnologie basierenden Landwirtschaft entwickeln. Da braucht es auch ein anderes Bild des Lebens. Mich jedenfalls hat diese phantastische Welt der Pflanzen in den Bann gezogen, und ich versuche im „PflanzenPalaver“, ihren Geheimnissen etwas näher zu kommen.
Florianne Koechlin: „PflanzenPalaver. Belauschte Geheimnisse der botanischen Welt“. Lenos, 256 Seiten, mit Farbfotos, ca Fr. 36.-Im gleichen Verlag erschienen ist „Zellgeflüster“ (2005), 256 Seiten, Pocket Fr. 19.50.Mitglieder des Basler Appells gegen Gentechnologie können die beiden Bücher portofrei und mit Rabatt beziehen. |